Chronik - die Jahre 1989 bis 1999

Im Jubiläumsjahr 1988 konnten die im Januar angesetzten Neuwahlen erst im 3. Anlauf abgeschlossen werden, da der in der ersten Versammlung gewählte Vereinsbeirat geschlossen zurückgetreten und die zweite Versammlung nicht beschlussfähig war. Vorausgegangen war ein Vorwurf jüngerer Mitglieder wegen angeblicher Wahlbeeinflussung. Ab Februar konnte 1. Vorstand Georg Schwantner, mit seinem Vertreter Hans Meier, 3. Vorstand Rudi Gilch, Hauptkassier Meintraud Gimpl und Schriftführer Hans Wiesmann die Vereinsarbeit fortsetzen. Nach 15-jähriger erfolgreicher Tätigkeit trat Martin Platzer als Spartenleiter zurück, sein Nachfolger wurde Klaus Hofmann. Trainer Anton Hiltl hörte nach 4 Jahren auf und übergab an Richard Lengfelder. Die 1. Mannschaft spielte nach dem Abstieg aus der Landesliga, dem bisherigen sportlichsten Höhepunkt, in der Bezirksliga und schaffte mit einem 3:2 Sieg im Entscheidungsspiel gegen Maxhütte-Haidhof in Schmidmühlen den Aufstieg in die neu geschaffene Bezirksoberliga. Mit einer Sportwoche, wo sich alle Abteilungen einbrachten und auch der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz kam, wurde das 60-jährige Jubiläum unter der Schirmherrschaft von OB Prechtl gebührend gefeiert. Für den im Sommer 1987 verursachten Hochwasserschaden in Höhe von ca. 32 000 DM gab es bisher keine Zuschüsse von der Stadt Amberg oder dem BLSV. Für hervorragende Jugendarbeit erhielt der Verein den Sepp-Herberger-Preis.

Das Jahr 1989 brachte mit dem Aufstieg der A-Jugend in die Bezirksliga einen weiteren Aufschwung im Jugendfußball. Mit der Stadt Amberg wurde der Pachtvertrag für den Ausweichplatz/Sandplatz um 25 Jahre verlängert. Der BLSV hat zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 1987 nach 2-jährigen Kampf gegen den Bürokratismus einen Zuschuß von 9.800 DM genehmigt. Im August wurde das Ausschussmitglied Fritz Witetschek bei einem Verkehrsunfall getötet. Der Tod des überaus fleißigen Mitarbeiters hinterließ eine große Lücke.

Bei der Generalversammlung 1990 wurde Walter Hiltl zum 3. Vorstand gewählt, ansonsten blieb die bewährte Führungscrew zusammen. Für den Bau eines 3. Fußballplatzes, der aufgrund der vielen Mannschaften erforderlich ist, wird weiter nach einem geeigneten Grundstück gesucht. Es wurde am 22.03.90 ein Arbeitskreis –Sportplatzbau- und Franz Fuchs als deren Vorsitzenden gewählt. Im März ist Ehrenvorstand Josef Gleixner verstorben. Karl-Heinz Wagner wurde als neuer Trainer für die 1. Mannschaft verpflichtet und die „Alten Herren“, Senioren A, gewannen die Oberpfalzmeisterschaft. Bei der Bayerischen Meisterschaft wurden sie Vizemeister.

Auch im Jahre 1991 ging die Suche nach einem Grundstück für einen 3. Sportplatz weiter. Martin Sterk sagte zu den Plänen auf der „Hochmühle“ nein, weshalb man an Grundstücke im Anschluß an die Raigeringer Dorfstraße gedacht hat. Auch ein Gelände bei Krumbach, neben der AM 30, und ein Grundstück bei Greßmühle wurden als Sportgelände vorgeschlagen. Die C-Jugend schaffte überraschend den Aufstieg in die Bezirksliga. Im Oktober feierte die Damengymnastikabteilung ihr 20-jähriges Jubiläum mit Ehrungen und Darbietungen in der Schulturnhalle. Sylvia Pöllath löste Frau Kammermeier als Waschfrau ab.

Bei der Generalversammlung 1992 legte Stadtrat Georg Schwantner nach 11-jähriger Tätigkeit sein Amt als 1. Vorsitzender nieder, als sein Nachfolger wurde Rudi Pirzer gewählt. Auch Meintraud Gimpl gab nach 10-jähriger Tätigkeit die Aufgaben des Hauptkassiers an Alfred Hollweck weiter. Hans Meier trat als 2. Vorstand nicht mehr an und wurde von Walter Hiltl abgelöst. Klaus Hofmann übergab die Spartenleitung an Alfred Baumer. Im März sind die Ehrenmitglieder Sepp Träxler und Michl Wiesner verstorben. Die Eisstocksparte veranstaltete im Juli ein Turnier auf Asphalt und lud alle örtlichen Vereine zur Teilnahme ein. Dieses Gesellschaftsturnier zur Förderung des Zusammenhalts der Vereine untereinander wird noch heute als Wanderpokal-Turnier durchgeführt. Im DFB-Pokal-Halbfinale hat die 1. Mannschaft gegen SSV Jahn Regensburg knapp verloren. Dafür konnte die Meisterschaft in der Bezirksliga und der sofortige Wiederaufstieg in die BOL gefeiert werden. Für die plötzlich verstorbene, langjährige Wirtin Helga Niederwald konnte Robert Schoberth als neuer Sportheim-Pächter gewonnen werden. Ihr 10-jähriges Jubiläum feierte die Tennissparte. Wegen der vielen Jugendmannschaften ist der Trainingsplatz nicht mehr ausreichend, weshalb bei benachbarten Vereinen angefragt und die Suche nach einem 3. Sportplatz forciert werden soll. Geeignete Grundstücke auf Landkreisfläche sind der Stadt Amberg derzeit ein „Dorn im Auge“. Die Erfolge der Jugendmannschaften setzten sich fort. So stieg die B-Jugend von der Kreisliga in die Bezirksliga auf. Die jahrelang unermüdlich für den SVR tätigen Mitglieder Meintraut Gimpl, Georg Schwantner und Hans Meier wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Im Jahre 1993, im 65. Vereinsjahr, konnte auch die Trennung von Trainer Karl-Heinz Wagner den Abstieg der 1. Mannschaft aus der Bezirksoberliga nicht verhindern. Interimstrainer Anton Hiltl übergab das Zepter an Rudi Buberl. Dafür sorgte die B-Jugend mit dem Aufstieg in die Bayernliga für den bisher größten Erfolg bei den Jugendmannschaften. Meister SC Teublitz hatte auf den Aufstieg verzichtet und der SVR nahm diese einmalige Chance, in der höchsten Bayerischen Liga zu spielen, sofort wahr. Leider ist die Mannschaft bereits nach einem Jahr wieder in die Bezirksliga abgestiegen. Wegen ständig steigender Ausgaben wurde der Vereinsbeitrag auf 60.—DM jährlich für Erwachsene erhöht. Seit 10 Jahren ist Hans Schmer ununterbrochen als Masseur für die Fußballer tätig. Ehrenmitglied und Gönner Ludwig Baumer ist verstorben, Oswald Weigl wird zum Ehrenmitglied ernannt. Seit 30 Jahren sind die „Alten Herren“ im Spielbetrieb und veranstalten aus diesem Grund ein Hallenturnier. Führungswechsel bei der Eisstocksparte –Herbert Meier übernimmt vom Spartengründer Willi Riß, der seit 1971 ununterbrochen das Amt innehatte, die Leitung der Sparte.. Kurz vor Weihnachten wurden erneut die Keller- und Umkleideräume des Sportheimes durch eindringendes Hochwasser überschwemmt. Der geschätzte Schaden beträgt ca. 45 000 DM. Zuschußanträge sind an die Stadt Amberg, dem BLSV, Sparkassen u.a. gestellt worden.

Die Neuwahlen im Januar 1994 brachten Änderungen in der Vorstandschaft. So kamen Sieglinde Weigl als Hauptkassiererin und Joachim Kellner als 3. Vorstand neu dazu. Richard Lengfelder übernahm die Spartenleitung und Hans Meier löste Jugendleiter Erwin Graml ab, der nach 10-jähriger, erfolgreicher Arbeit nicht mehr kandidierte. Ende September stand die 1. Mannschaft abgeschlagen am Tabellenende der Bezirksliga Nord, weshalb Trainer Rudi Buberl vorzeitig entlassen und Richard Lengfelder als Interimstrainer eingesetzt worden ist. Fortgesetzt wurden die Bemühungen um ein neues Sportgelände. In die Vereinssatzung wurde eine Jugendordnung aufgenommen, um weiterhin Zuschüsse vom Verband erhalten zu können. Erwin Graml ist für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt worden.

Im Jahre 1995 wurde bei einer Ortsbesichtigung den Verantwortlichen der Stadt Amberg gezeigt, wie wichtig ein weiterer Sportplatz bzw. ein Sportgelände für den SV Raigering ist. OB Dandorfer sicherte weitere Unterstützung zu, der SVR hofft weiter. Die 1. Mannschaft konnte die Bezirksliga erhalten und wird ab Juli von Hans Wartha trainiert. Für Ex-Bayernliga-Spieler ist der SVR scheinbar kein gutes Pflaster für den Beginn einer Trainerlaufbahn. Nachdem Rudi Buberl im Vorjahr vorzeitig entlassen worden ist, passierte dies auch Hans Wartha. Er ist bereits im Dezember wegen Erfolgslosigkeit von Alfons Binner abgelöst worden. Der schuldenfreie Verein erlebt weiterhin regen Zulauf bei den Jugendmannschaften und bei der Damengymnastik, vor allem bei Mutter- und Kindturnen gab es 50 Neuaufnahmen und bei der Fußballjugend werden ca. 140 Jugendliche von der F- bis zur A-Jugend trainiert und betreut. 1996 startete man mit unveränderter Vereinsführung. Leider konnte erstmals das Amt des Gesamtlugendleiters erst im März besetzt werden. Thomas Graml, der schon jahrelang als Pressewart und Mitherausgeber der „Panduren-Zeitung“ tätig ist, übernahm das Amt von Hans Meier, der seinen Stellvertreter machte. Die 1. Mannschaft konnte die Bezirksliga Nord nicht mehr erhalten und stieg in die A-Klasse ab. Zu allem Übel stiegen zunächst unbekannte Täter im Juni gewaltsam ins Sportheim ein. Sie brachen zwei Automaten auf, plünderten die Lottokasse mit 950 DM Inhalt und verschwanden mit Zigaretten der Marke „HB“ und 150 DM Wechselgeld. Der Sachschaden wurde auf 3500 DM geschätzt. Der Einbruch konnte im September aufgeklärt werden, der Schaden wurde von den Verursachern beglichen. Die Eisstocksparte feierte mit einem Turnier ihr 20-jähriges Bestehen und die Damengymnastikabteilung ihr 25-jähriges Bestehen. Hier geht es aufgrund vieler sportlicher Angebote mit dem Mitgliederzuwachs, z. Zeit 170 Mitglieder, weiter bergauf. Damit schaffte der Verein die 800 Mitglieder-Hürde. Vom 29. auf 30. Juli verursachte ein erneutes Hochwasser größere Schaden bei den Sportplätzen.

Deshalb suchte der SVR auch 1997 händeringend nach einem Gelände für Sportplätze. Die zunächst hoffnungsvollen Aussichten für ein Grundstück bei Greßmühle sind wegen überhöhter Forderungen des Grundstücksbesitzers geplatzt. Vorstand R. Pirzer ließ sich nicht entmutigen und suchte mit dem Vereinsbeirat auf dem Büchsenham nach einem Grundstück. Da es auch hier Absagen gab, beginnt die Suche wieder bei Null. Wegen der nicht ausreichenden und zu kleinen Umkleidekabinen im Sportheim-Untergeschoß gibt es große Probleme beim Trainings- und Spielbetrieb. Auch wegen der steigenden Ausgaben und Ansprüche der vielen Mannschaften sind die Betreuer und Vereinsverantwortlichen ständig auf der Suche nach Sponsoren und Sachspendern. Rudi Pongratz wird Trainer-Nachfolger von Alfons Binner, der zum Saisonende aus beruflichen Gründen aufhört. Binner führte die Mannschaft als Meister in die Bezirksliga Nord zurück. Seine Elf gewann im Entscheidungsspiel nach Elfmeterschießen gegen DJK Seugast mit 3:1. Dabei parierte der 38-jährige Torwart und Sportheimwirt Robert Schoberth drei Elfmeter. Der Patenverein ASV Haselmühl lud zum 50-jährigen Jubiläum ein. Ende November verstarb die langjährige Hauptkassiererin und Ehrenmitglied Meintraud Gimpl. Die Eisstocksparte berichtete erstmals von einem 2-fachen Aufstieg und die Tennis-Jungsenioren stiegen in die Bezirksliga auf.

Zu Jahresbeginn 1998 gab es bei der Generalversammlung keine großen personellen Veränderungen. Erstmals beschloß man die Einführung eines Familienbeitrages. Bei der 1. Mannschaft erfolgte ein erneuter Trainerwechsel. Gerd Donhauser löst R. Pongratz zum Saisonende ab. Der ehemalige Jugendspieler Markus Brunner wird zum Priester geweiht. Die Fußball-Spartenleitung wird in Zukunft zu Beginn der jeweiligen Saison, Mai/Juni, und nicht mehr bei der Generalversammlung gewählt. Thomas Graml übernahm das Amt von Richard Lengfelder und es wurde mit Manuela Drexler eine Masseurin für die Fußballer vorgestellt. Walter Hiltl übernahm das Amt als Gesamtjugendleiter. Zur Unterstützung beim

Arbeitsdienst wurden vom Ausländeramt der Stadt Amberg Asylbewerber zugeteilt. Zuerst ein Bosnier, dann ein Iraner und dann ein Farbiger aus Zaire. Alle 3 Personen sind nach kurzer Zeit untergetaucht. Danach wurde für 1 Jahr eine ABM-Kraft eingestellt. Die Kosten übernahm das Arbeitsamt. Nach längerer Diskussion kamen die Verantwortlichen zur Ansicht, das anstehende 70-jährige Jubiläum nicht zu feiern. Es wurde beschlossen, das Sportheim an das Erdgasnetz der Stadt Amberg an zu schließen. Die Heizung wird dann 1999 von Heizöl auf Erdgas umgestellt. Seine soziale Seite zeigt der Verein u.a. dadurch, dass er behinderte Menschen von der Lebenshilfe Amberg kostenlos zu den Heimspielen einlädt. Adolf Binner konnte zu seinem 25-jährigen Jubiläum als Schiedsrichter geehrt werden. Im Herbst verstarb der langjährige Vorsitzende und Ehrenmitglied Willi Hofmann. Die alljährlich wiederkehrenden Veranstaltungen, wie Weihnachtsfeier mit Haussammlung und das Sommerfest sind auch aus finanziellen Gründen nicht mehr aus dem Vereinsleben weg zu denken, ebenso Preisschafköpfe, Saisonabschlußfahrten und –feiern des Hauptvereins bzw. der Sparten zur Förderung der Kameradschaft.

Bei der Jahresversammlung 1999 betrug der Mitgliederstand erstmals über 900 Erfreulicherweise sind davon ein Viertel Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Dies ist ein Verdienst der guten Arbeit von qualifizierten Trainern und Betreuern. Der Mitgliederaufschwung bringt jedoch totale Engpässe bei den Turnstunden, teilweise 60 Damen auf engstem Raum in der Turnhalle und auch bei den Fußballern. Aufgrund des Platzmangels müssen sogar Fußball-Heimspiele auswärts ausgetragen werden. So gesehen ist unbedingt ein 3. Sportplatz zur Aufrechterhaltung eines geordneten Trainings- und Spielbetriebes erforderlich. Nach langer Krankheit ist Georg Schwantner, der 11 Jahre als 1. Vorstand den Verein geführt hat, verstorben. Im September stellte Trainer Donhauser sein Amt zur Verfügung, seinen Part übernahm Co-Trainer Peter Bogner. Die „Alten Herren, die B- und C-Senioren, holten sich jeweils die Oberpfalzmeisterschaft und werden für die Sportlerehrung der Stadt Amberg gemeldet.