Chronik - die Jahre 2000 bis heute

Die mit Spannung erwartete Generalversammlung 2000 brachte mit Richard Lengfelder einen neuen 1. Vorsitzenden, der Rudi Pirzer nach acht aufreibenden Jahren, hinsichtlich der Sportplatzsuche, ablöste. Klaus Hofmann sprang als 3. Vorstand für Erwin Graml ein. Die Sportplatzsuche bleibt ein Dauerbrenner bei den Sitzungen und mitgliedermäßig wird die Tausendergrenze angesteuert, derzeit gehören 957 Mitglieder zu den „Panduren“. Zu seinem 50. Geburtstag wird Rudi Pirzer zum Ehrenmitglied ernannt. Leider hat der Verein zuwenig Fußball-Schiedsrichter, so dass an den Fußballverband 525 DM Strafe bezahlt werden mussten. Bei der Eisstockabteilung übernahm Martin Platzer die Kasse von Franz Niederwald und stellte bei der Prüfung einen Fehlbetrag von 5604 DM fest. Franz Niederwald verstarb kurze Zeit darauf, so dass wegen der Unterschlagung nichts mehr unternommen werden konnte. Der Vereinsbeitrag muß in zwei Schritten auf 84 DM jährlich erhöht werden, wenn wann für den geplanten Sportplatzbau Zuschüsse erhalten will. Mittlermeile darf der Aschacher Bolzplatz von den SVR-Mannschaften benutzt werden. Die Stadt Amberg will wegen des Sportplatzbaues selbst mit den Grundstückseigentümern hinter dem Kleinraigeringer Schützenheim verhandeln, was sie später in der Bürgerversammlung bestritt. Zudem will eine Interessengemeinschaft/Bewohner der Raig. Dorfstraße. mit allen Mitteln das geplante Sportgelände verhindern. Der Beirat beschloß, dass in Zukunft bei Veranstaltungen keine Fahnenabordnung gestellt wird. Bei einem Todesfall eines Vereinsmitgliedes wird die Fahne in der Pfarrkirche aufgestellt. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga steht die 1. Mannschaft auch in der Kreisliga wieder am Tabellenende. Trainer Peter Bogner trat zurück, für ihn übernahm am 1. Nov. Markus Nemeth als Spielertrainer die Mannschaft. Für die bauliche Umgestaltung der Umkleidekabinen und der Investitionen bei den Sportplätzen wurde viel Geld ausgegeben, der Verein ist aber nach wie vor schuldenfrei.

Zu Beginn des Jahres 2001 herrschte zunächst großer Unmut über die Gegner des geplanten Sportzentrums. Als dann die Stadt Amberg die Gesamtkosten mit ca. 3,7 Millionen DM bezifferte und dass davon ca. 2 Millionen am SVR „hängen bleiben“ werden, war es ruhig und die Verantwortlichen um eine weitere Enttäuschung reicher. Einstimmig wurde das Thema Sportzentrum im Beirat gestrichen, da es nicht finanzierbar ist. Nachwuchsmängel sind die Ursachen für erforderliche Spielgemeinschaften, z.B. bei der B-Jugend mit SV Freudenberg und bei der C-Jugend mit dem SSV Paulsdorf. Die 1. Mannschaft war schon abgeschlagen am Tabellenende und schaffte mit einer sensationellen Aufholjagd noch den Klassenerhalt in der Kreisliga. Für das anstehende 75-jährige Jubiläum im Juli 2003 ist zunächst an keine Festschrift und an keinen Festzug gedacht. Auf dem Sterk-Platz soll ein großes Festzelt aufgestellt werden. Die Gymnastikabteilung feiert ihr 30-jähriges Bestehen und ehrt die Damen der „ersten Stunde“. Ab November stellte der SVR eine eigene Homepage ins Internet.

Ab 2002 wurde der EURO eingeführt und deshalb wurden auch die Vereinsbeiträge umgestellt. Bei der Generalversammlung kandidierten die gesamte Vorstandschaft, mit Ausnahme des Schriftführers Hans Wiesmann, und einige Beiratsmitglieder nicht mehr. Da sich niemand für die Posten zur Verfügung stellte, war eine außerordentliche Mitgliederversammlung erforderlich. Hier gab es am 31. Januar wieder keine Kandidaten, so dass schließlich, aus „Liebe zum Verein“, Richard Lengfelder nochmals für 2 Jahre den Vorsitz übernahm. Die weiteren Vorstände Martin Platzer und Klaus Hofmann konnte er zum „Weitermachen“ überreden, Markus Gilch übernahm die Kassengeschäfte von Sieglinde Weigl. Das 75-jährige Jubiläum wird vom 11. – 13 Juli im Festzelt auf dem Sterk-Platz gebührend gefeiert. Die Eisstock-Schützen feierten ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Jahr Verspätung. Ein Jahrhundert-Regen verursachte am 27. August in Raigering ein gewaltiges Hochwasser. Der Brüllbach verwandelte sich in einen Sturzbach. Alle angrenzenden Häuser und vor allem die Sportplätze, das Sportheim und die Tennisplätze wurden schwer beschädigt. Der Gesamtschaden für den Verein wurde auf ca. 100 000 EURO geschätzt. Ein Trainings- und Spielbetrieb und die Nutzung des Sportheimes war nicht mehr möglich. Alle Spiele bis zum 1. November mussten auswärts ausgetragen werden. Die Tennisabteilung feierte noch vor dem Hochwasser ihr 20-jähriges Jubiläum. Danach waren die beiden Plätze kaputt, der Schaden betrug runde 27 000 €. Eine Welle der Hilfsbereitschaft setzte ein. Mitglieder und Freunde beseitigten unermüdlich Schlamm und Geröll und übergaben Geldspenden. Die Amberger Zeitung startete eine Spendenaktion, die über 15 000 € einbrachte Benachbarte Vereine übergaben Geldspenden und boten ihre Plätze für Tennis und Fußball an. Die größte Spende mit 20 000 € kam vom Deutschen Fußballbund. Die Stadt Amberg legte bald danach einen Plan zur Ursachenbeseitigung vor. Demnach sind eine Bachfreilegung und die Bebauung der Sportplätze vorgesehen und der SV Raigering müsste „aussiedeln“. 2002 war das schlimmste Jahr in der 75-jährigen Vereinsgeschichte. Viele Arbeitsdienste zur Beseitigung der Hochwasserschäden prägten das Vereinsjahr.

Das Vereinsjahr 2003 brachte weiter Baumaßnahmen im Umkleidebereich und es waren auch die Vorbereitungen für das 75-jährige Jubiläum zu tätigen. Das Ehepaar Traudl und Heinz Sandner übernahmen am 01. Juli die Bewirtung des Sportheimes von Robert Schoberth. Hochstimmung herrschte beim 75-jährigen Jubiläum im 1200-Mann-Festzelt. Verdiente Ernennung von Klaus Hofmann zum Ehrenmitglied und Ehrung des starken Spielers Armin Gottlieb, der trotz verlockender Angebote seit der F-Jugend dem SVR Treue hält. Vertreter des BFV überreichten das Gütesiegel, die Silberne Raute des Verbandes, für gute Vereinsarbeit. Höhepunkt des Festes war der humoristische Auftritt des SVR-Vorsitzenden Richard Lengfelder. Als Bauchredner Richie L. brachte er mit Erzählungen und Sprüchen von Raigeringer Begebenheiten u.a. das Publikum in Hochstimmung. Mit dabei war am Festabend auch das einzige noch lebende Gründungsmitglied, der jetzt 88-jährige Hans Kölbl. Finanziell schlitterte der Verein bei der Festabrechnung knapp an einem Minus vorbei. Die Jugendabteilung gewann beim Oktoberfest des Sponsors Autohaus Peter einen Wettbewerb und durfte dafür ein Jahr kostenlos über einen Mannschaftsbus verfügen. Die plötzlichen Todesfälle des langjährigen Jugendleiters Walter Hiltl und des Ausschussmitgliedes Norbert Rösl gingen allen Mitgliedern und Freunden sehr nahe. Nicht zu verstehen und mit den genannten Gründen nicht nachvollziehbar, war der Vereinsaustritt von Hans Riß und dessen Rückgabe der Ehrenmitgliedschaft. Die Bemühungen um ein neues Sportgelände gehen weiter. Die Stadt Amberg führt Grundstücksverhandlungen für ein Gelände hinter dem Kleinraigeringer Schützenheim durch. Eventuell könnte im Rahmen der Hochwasserfreilegung das Projekt angegangen werden. Aufgrund der eingegangenen Geldspenden anlässlich des Hochwassers konnte am Jahresende das höchste Vereinsvermögen bekannt gegeben werden.

Im Jahr 2004 kehrte Rudi Pirzer nach einer schöpferischen Pause als 1. Vorsitzender zurück, sein neuer „Vize“ wurde der bisherige Spartenleiter Thomas Graml. Ab 01. Juli übernahmen Reinhard Witetschek und Klaus Strobl die Spartenleitung. Ein Benefizspiel gegen Jahn Regensburg zugunsten des im Vorjahr plötzlich verstorbenen Walter Hiltl brachte einen Erlös von 950.--€. Bei der Weihnachtsfeier wurde Richard Lengfelder jun. aufgrund seiner vielfältigen Aktivitäten für den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Es wurde mit den Vorplanungen und Grundstücksverhandlungen für ein neues Sportzentrum bei der Greßmühle begonnen. Der Mitgliederzuwachs bei der Gymnastikabteilung, beim Kinderturnen und der Fußballjugend hielt weiter an. Nach jahrelangen Erfolgen und Meisterschaften gibt es zurzeit leider keine AH-Mannschaft mehr.

Auch im Jahr 2005 wurden die Bemühungen um ein Sportzentrum intensiv fortgesetzt. Die benötigten Grundstücke wurden von der Stadt Amberg gekauft und der Stadtrat hat den Planungen ohne Einwände zugestimmt. Bauherr ist die Stadt und sie übergibt die Arbeiten der Gewerbebau Amberg. Für die bestehenden SVR-Anlagen wird eine Wertermittlung durchgeführt. Der Verein erhofft sich eine Ablöse in Höhe von ca. 370 000 €. Die 1. Mannschaft schaffte unter Trainer Gerhard Greß den Aufstieg in die Bezirksliga , die 2. Mannschaft stieg in die A-Klasse auf. Ehrenmitglied Willi Riß ist im Juli verstorben. Bei den Jahresversammlungen wurde Birgit Fruth zur neuen Abteilungsleiterin bei Gymnastik und Reinhold Hahn bei Eisstock gewählt. Alle Sparten leisten gute Arbeit und tragen maßgeblich zum derzeitigen, positiven Image des Vereins bei.

Bei der Generalversammlung 2006 wurde einstimmig die Verlagerung des Sportgeländes beschlossen. Die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt Amberg haben dies möglich gemacht. Der Verein muß das Sportheim, die Tennis- und Eisstockplätze und die Außenanlagen mit Einzäunung in Eigenleistung errichten. Die Genehmigung des Planfeststellungsverfahrens liegt seit 13. Juni vor. Die Planungen für das Sportheim wurden Christian Erlbacher übertragen. Auch die erfolgreiche Vereinsführung wurde von den Mitgliedern für zwei weitere Amtsjahre gewählt. Die Schützengesellschaft „Hubertus“ Raigering fragte schriftlich an, ob eventuell ein Luftgewehr-Schießstand mit eingeplant werden könnte. Mit Bernhard Solter für die 1. Mannschaft und Armin Gottlieb für die „Zweite“ wurden neue Trainer für die kommende Saison engagiert. Beschlossen wurde, dass bei Beerdigungen von Mitgliedern Blumenschalen statt Kränze niedergelegt werden. Marianne Donhauser ist seit 30 Jahren ununterbrochen als Kassiererin der Gymnastikabteilung tätig. Sie wird bei der Sportler-/Funktionärsehrung der Stadt Amberg eine Auszeichnung erhalten. Das arbeitsreiche Vereinsjahr konnte sportlich und finanziell positiv abgeschlossen werden.

Mit einer überraschenden und kostspieligen Trainerablösung startete das Vereinsjahr 2007. Hermann Vogl löste im Februar den bei den Spielern unbeliebten Herrn Solter ab. Die Planungen für das Sportzentrum laufen auf vollen Touren. Dem Antrag der „Hubertus“-Schützen, einen Luftgewehr-Schießstand mit einzuplanen, wurde zugestimmt. Voraussetzung ist, dass die Kosten im vertretbaren Rahmen sind. Neuerdings wurde auch an einen Kunstrasen-Trainingsplatz gedacht. Der Spatenstich für das Sportzentrum soll zum 80-jährigen Jubiläum im August 2008 erfolgen. Die 1. Mannschaft wurde Vizemeister in der Bezirksliga Nord und schaffte im Relegationsspiel gegen Bad Abbach vor 1250 Zuschauern in Burglengenfeld mit einem glücklichen 1: 0 Sieg den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Zur Winterpause stand die unglücklich spielende Elf wieder auf einem Abstiegsplatz und es trat deshalb Trainer Hermann Vogl anfangs 2008 von seinem Amt zurück. Der neu verpflichtete Trainer Schmalzl konnte den Abstieg in die Bezirksliga Nord nicht verhindern. Die 1. Mannschaft spielt wieder in der Bezirksliga Nord. Der Stadtrat der Stadt Amberg genehmigte den Bau eines Kunstrasenfeldes, gab dem Areal den Namen „Am Pandurenpark“ und die Gewerbebau Amberg ließ die Erschließungsmaßnahmen in Höhe von 550 000 € durchführen. Der Verein reichte die Planungsunterlagen und die Zuschußanträge beim BLSV ein und hofft auf baldige Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn. Am Wochenende 8./9. August feierte der Verein sein 80-jähriges Jubiläum. Zur Einstimmung gab es das Spiel der Raigeringer Legenden, Landesligamannschaft von 1983 gegen eine Auswahl aus BOL-Zeiten. Am Festabend servierte die Damengymnastikabteilung unter der Leitung von Emilie Pirzer ein italienisches Buffet. Der fünfjährige Jona Schober aus Aschach wurde als 1000. Mitglied aufgenommen. Die verdienten, langjährigen Funktionäre Marianne Donhauser, Werner Seidl und Hans Wiesmann sind zu Ehrenmitgliedern ernannt worden. Für großzügige Geld- und Sachspenden an den Verein erhielten Martin Sterk, Alfred Schuch, Alois Gummermann und Vorstandsvorsitzender Dieter Maier, für die Sparkasse Amberg Sulzbach, die Förderer-Ehrenpreise. Im kleinen Festzelt am Sportplatz wurde das Jubiläum gebührend gefeiert.

Die Chronik für die Jahre 1987 bis 2008 verfasste Erwin Graml.