Bereits über 30 mal fand um mittelfränkischen Roth der Triathlon  statt. Weltklasseprofis und ambitionierte Hobbyathleten starten bei einer der begehrtesten Langdistanzen im Triathlon: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen. Ca. 200 000 Zuschauer waren am 1. Juli bei der Challenge dabei und bereicherten den spannenden Wettkampf durch ihr Anfeuern und Mitfiebern. Die Teilnahme war als Einzelstarter möglich, wo man alle drei Disziplinen bewältigte oder als Dreier-Staffelteam: jeder eine Disziplin. Knapp drei Wochen vor dem Wettkampf bekam Kerstin Püschl ein Top-Angebot: Marathon laufen bei einer Amberger Staffel.

Hier ihre Eindrücke und Erlebnisse:

Ich wusste, dass gute zwei Wochen Training für einen Marathon zu wenig waren. Aber ich wusste auch, dass ich mit meinem eisernen Willen und Ehrgeiz viel erreichen kann. Drei längere Einheiten wurden in das Minimarathontraining hinein gepackt – das musste genügen.

Am Wettkampftag war um 5 Uhr früh Abfahrt. Ich wollte das ganze „Rothfeeling“ erleben. Ein Wahnsinnsgefühl: Mengen von Menschen, die unterwegs waren und so Triathlon-begeistert waren. Um 6:30 Uhr war der erste Schwimmstart. Beim Startschuss (Böllerknall) bekam ich schon die erste Gänsehaut. Nacheinander wurden die verschiedenen Schwimmgruppen ins Wasser geschickt. Als unser Schwimmer das Wasser erfolgreich verlassen hatte, ging der Radfahrer auf die 180 km -Strecke. Da waren keine Rennräder, sondern Rennmaschinen unterwegs. Wir fuhren mit den MTB’s zum Solarer Berg, wo das absolute Triathlonfieber herrschte. In ganz Hiltpoltstein war Partystimmung. Wow… Die nächste Gänsehaut überkam mich. Die Zuschauer bildeten eine so schmale Gasse am Solarer Berg, dass die Athleten nur hintereinander hochfahren konnten. Alle jubelten und feuerten an, so dass fast alle Biker mit einem Lächeln auf den Lippen förmlich „hochgezogen “ wurden. 180 km Radfahren ist eine Topleistung! Auf der Strecke hatten die Fahrer teilweise mit Gegenwind zu kämpfen.

Inzwischen war es Nachmittag geworden. Langsam rückte mein Start näher. Mit dem Rad fuhren wir 10 km nach Roth, wo der Wechsel von der Rad- zur Laufstrecke war. Die letzte halbe Stunde vor meinem Start war ich ziemlich aufgeregt. Jetzt lag es an mir….

Endlich, kurz nach 17 Uhr kam unser Radfahrer und schickte mich auf die Strecke.  Ich hatte mal wieder Gänsehaut und ein Wahnsinnsgefühl. Die ersten 5 km liefen prima: 5er Schnitt. Teilweise ging es am Kanal entlang, wo es zum Glück manchmal schattig war. Die Zuschauer waren spitze. Und meine Mannschaftskollegen standen oft am Rand und feuerten mich an. Das pushte mich nach vorne. Jeweils nach 5km sah ich auf die Uhr: immer noch 5er Schnitt. Kaum zu glauben.  Zum Trinken nahm ich mir dann die Zeit und blieb stehen. Und es lief sofort bestens weiter. Ich fühlte mich, als hätte ich Flügel – 42 km lang. Unfassbar. Als ich bei km 39 über den Rother Marktplatz lief, schloss ich beim Laufen meine Augen und breitete die Arme aus…Es war wie ein Traum. Es kam mir vor, als würde mich ein Sog ins Ziel ziehen.

Kurz vor km 42 standen meine Mannschaftskollegen, um mich die letzten 100 m zu begleiten. Aber ich bekam nochmal so einen Adrenalinschub, dass sie mich bremsen mussten: „Wir wollen doch gemeinsam ins Ziel laufen“, sagten sie. Haben wir dann auch gemacht. Überglücklich!!!

Nach 3 Stunden 32 Minuten stoppte die Uhr. Für mich ein unglaublich tolles Ergebnis bei 2,5 Wochen Marathonvorbereitung. Im Ziel wurde ich noch mit Blumen von meiner Mannschaft überrascht. Nach dem Duschen ging es gleich wieder ins Ziel-Stadion. Es liefen noch viele Athleten ein, bis kurz nach 23 Uhr. Meine Hochachtung vor allen Teilnehmern. Den ganzen Abend/Nacht war Party im Ziel: coole Musik, Wunderkerzen, Leuchtraketen, tolle Moderation. Kurz vor Mitternacht gab es noch ein Mega-Feuerwerk. Was für ein Wahnsinnstag! Ich bin froh und dankbar, dass ich ihn mit so einem tollen Team erleben durfte.“

SV RAIGERING