Chronik


1928 bis 1945

Im Jahre 1928 wurden in Raigering zwei Sportvereine gegründet und zwar:

der SPORTVEREIN RAIGERING (Bürgerlicher Verein) und der ARBEITER TURN- UND SPORTVEREIN RAIGERING (ATSV).

Diese Trennung war die Folge der damaligen politischen Lage, da es in Deutschland sowohl den Deutschen Fußballbund als auch den Arbeiter Turn- und Sportbund gab. Die Gründung folgte unter den zur damaligen Zeit üblichen schwierigen Verhältnissen, die vor allem geprägt waren von einer sehr hohen Arbeitslosigkeit.

Der Spiel betrieb des Sportvereins wurde auf dem Gelände am Kellerhölzl, der des ATSV in Kleinraigering abgewickelt. 1933 wurde der ATSV aufgelöst und von dieser Zeit an existierte in Raigering nur noch der „Sportverein Raigering“, dem sich nahezu alle Spieler des ATSV anschlössen. 1935 wurde der Verein unter Berücksichtigung der neuen Gegebenheiten umbenannt in „Sportverein Amberg-Raigering“, wobei auch das Spielgelände wieder nach Kleinraigering verlegt wurde.

1936 schaffte der Verein erstmals den Aufstieg in die Bezirksliga. Durch zahlreiche Einberufungen und letztlich durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges konnte ab 1939 kaum mehr von einem geregelten Spielbetrieb die Rede sein. Unter der Betreuung unseres heutigen Ehrenvorsitzenden Josef Gleixner konnte die Jugendmannschaft noch bis zum Jahre 1945 Spiele durchführen. Doch der totale Krieg brachte auch hier das endgültige Aus. Viele Sportkameraden wurden Opfer des wahnwitzigen Krieges.

Nach dem Zusammenbruch konnte zunächst infolge der Nachkriegswirren an eine sportliche Betätigung noch nicht wieder gedacht werden.


1946 bis 1969

Im Frühjahr 1946 aber regten sich bereits wieder die ersten Lebensgeister der Sportbewegung in Raigering. Einige Aktive traten an unseren späteren Ehrenkassier Michael Dürrmann und an den Sportkameraden Georg Bauer heran mit der Bitte, den Verein wieder ins Leben zu rufen. Die damalige Militärregierung betraute Michael Dürrmann zunächst mit der kommissarischen Leitung des SVR. Kaum überwindbare Schwierigkeiten warteten auf ihn und seine unentwegten Helfer. Unter schwierigsten Bedingungen machte man sich daran, das Spielfeld am Kellerhölzl wieder herzurichten.

Am 22. September 1946 konnte der Spiel betrieb wieder aufgenommen werden. Die erste Vereinsführung nach dem Krieg setzte sich folgendermaßen zusammen:

1. Vorsitzender und Kassier: Dürrmann Michael
2.Vorsitzender: Bauer Georg
Schriftführer: Irlbacher Ernst
Spartenleiter: Wiesner Michael
Ausschussmitglieder: Hösl Alfred, Erras Franz, Mitterberger Hans.

Michael Dürrmann leitete den Verein bis zum Jahre 1950, welcher nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs in die B-Klasse 1 eingestuft worden war. In der Generalversammlung am 12. März 1950 wurde Josef Gleixner zum 1. Vorsitzenden und Michael Wiesner zum Spartenleiter gewählt. In der Saison 1950/51 wurde der Aufstieg in die A-Klasse geschafft.

Unter der Führung von Josef Gleixner wurde im Jahre 1951 mit dem Bau eines neuen Sportplatzes begonnen. Nach viel Mühe und Eigenleistung konnte am 1. August 1953 das Sportgelände am „Alten Schloß“ eingeweiht werden. 1955/56 schaffte man unter dem 1. Vorsitzenden Hans Kölbl und Spartenleiter Fritz Blümlein den Aufstieg in die Bezirksliga Oberpfalz. 1956 wurde ein behelfsmäßiges Sportheim mit Umkleidekabinen errichtet, in das alsbald auch eine Duschanlage eingebaut wurde.

Nach zweijähriger Zugehörigkeit zur Bezirksliga erfolgte am Ende der Saison 1957/58 der bittere Abstieg in die A-Klasse. Auf dem Gebiet des Breitensports unternahm der Verein die ersten Gehversuche mit der Gründung einer Tischtennissparte mit Georg Schwantner als Spartenleiter. Infolge Raummangels wurde diese Sparte 1965 wieder vom Spielbetrieb zurückgezogen und aufgelöst. Vereinsintern fanden sich auch Freunde des Faustballsports zusammen. Unter der Regie des langjährigen Spartenleiters Willi Hofmann wurde 1967 der Wirtschaftsraum der Sportheimbaracke erheblich vergrößert und verschönert.

Nach fast achtjährigem Vorsitz durch Hans Kölbl, der den Verein von 1954 bis 1962 leitete, übernahm Karl Birner dieses Amt bis zur Generalversammlung im November 1965. In dieser Versammlung wurde Christof Schober zum 1. Vorsitzenden gewählt. Aus Anlass des bevorstehenden 40-jährigen Gründungsfestes übernahm am 25.11.1967 Ferdinand Neumüller die Vereinsführung. Im Juni 1968 wurde im Rahmen einer groß angelegten Festwoche die 40-Jahrfeier begangen.

1968 erfolgte unter der Regie des damaligen 2. Vorsitzenden Hans Riß die Erstellung eines Trainings- und Ausweichplatzes auf dem Gelände des ehemaligen Kummertweihers. 1969 erfolgte mit dem Abstieg in die B-Klasse ein sportlicher Tiefpunkt, der jedoch ein Jahr später bereits wieder überwunden war, da der SVR aufgrund einer Änderung der Spielordnung als Tabellenzweiter wieder in die A-Klasse zurückkehren konnte. 1969 wurde erstmals eine gründliche Renovierung des Hauptspielfeldes erforderlich. Großen Einsatz zeigten bei den beiden genannten Vorhaben neben Hans Riß auch die Sportkameraden Willi Riß, Ludwig Dietl, Josef Träxler und Josef Gimpl.


1970 bis 1981

1970 wurde Christof Schober erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. In der gleichen Versammlung wurde erstmals Hans Meier zum Jugendleiter gewählt. Unter Schobers Leitung entschied sich die Mitgliederversammlung mehrheitlich für den Bau eines neuen Sportheimes. Nach erteilter Baugenehmigung wurde am 26. November 1970 ein Bauausschuss gewählt, dem folgende Mitglieder angehörten: Hans Riß, Josef Gimpl, Karl Birner, Christof Schober, Ferdinand Neumüller und Willi Hofmann. Der erste Spatenstich erfolgte am 27. März 1971 und unter der Regie von Hans Riß gingen die Arbeiten flott voran, so dass am 23. April 1972 die feierliche Einweihung stattfinden konnte.

Nachdem durch die ehemalige Gemeinde Raigering eine Turnhalle errichtet worden war, wurde der Verein wiederum auf dem Gebiet des Breitensports tätig und gründete am 2. Oktober 1971 eine Damengymnastikabteilung unter der Obhut von Frau Edeltraud Hösl und Frau Gerda Pinzenöhler als Spartenleiterin. 1972 konnte die AH-Mannschaft ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Höhepunkt war ein vom ehemaligen AH-Betreuer Manfred Schwientek organisiertes Freundschaftsspiel gegen die AH-Elf des l. FC Nürnberg, in der auch der unvergessene Max Morlock mitwirkte. Als Folge der Gebietsreform erfolgte die Aufnahme des SVR. in den Stadtverband für Sport am 1. April 1973.

Im Frühjahr des Jahres 1973 gab Spartenleiter Josef Heldmann sein Amt ab und von nun an fungierte Martin Platzer auf diesem Posten bis zur Generalversammlung im Januar 1988. Sein Nachfolger wurde Klaus Hofmann. Am 04. Januar 1974 übernahm Ehrenmitglied Willi Hofmann die Leitung des Vereins als 1. Vorsitzender. In seiner Amtszeit erfolgte die Gründung der Eisstocksparte am 05. Oktober 1976 mit Willi Riß als Spartenleiter, Hans Riß als Schriftführer und Hubert Walz als Kassier. Am 09. Juli 1977 konnte die neue Asphaltanlage mit zwei Bahnen eingeweiht werden. Bald wurde eine dritte Bahn hinzugebaut.

Im Fußball musste nach vier Jahren A-Klassenzugehörigkeit wiederum der Abstieg in die B-Klasse hingenommen werden. Im zweiten Anlauf gelang der Mannschaft unter Trainer Wolfgang Bäumler der Wiederaufstieg. Am 10. Juli 1976 konnte der unter der Federführung des SVR in Zusammenarbeit aller örtlichen Vereine errichtete Kinderspielplatz eingeweiht und der Stadt Amberg übergeben werden. Das Jahr 1977 stand bereits ganz im Vorzeichen des bevorstehenden 50-jährigen Bestehens.

Am 30. Januar 1978 wurde unter dem Vorsitz von Willi Hofmann ein Festausschuss gebildet, dem neben dem Vereinsausschuss noch folgende Mitglieder angehörten: Hans Riß, Christof Schober, Josef Gimpl, Ferdinand Neumüller, Karl Birner und Richard Lengfelder jun. Hans Riß wurde zum Festausschussvorsitzenden gewählt, Willi Hofmann zum Stellvertreter. Umfangreiche Vorkehrungen wurden getroffen, die ausschlaggebend waren für den gelungenen Verlauf der Festwoche, die in der Zeit vom 30. Juni – 08. Juli 1978 abgehalten wurde. Höhepunkt der Veranstaltungen waren der Fackelzug, der Kommersabend mit zahlreichen Ehrungen verdienter Mitglieder, das Fußballpokalturnier oder Heimatabend und der Abschlussball im Pfarrsaal.

Um den Verein in der Öffentlichkeit und auch in der Gemeinschaft der örtlichen Vereine besser repräsentieren zu können, wurde anlässlich der 50-Jahrfeier auf verschlag von Ehrenmitglied Hans Riß ein Banner beschafft, dessen Weihe im Rahmen des Festgottesdienstes durch Hl. Geistl. Rat Meckl vorgenommen wurde. Sportlich brachte das Jubiläumsjahr nicht ganz den erwarteten Erfolg, da die 1. Mannschaft im Entscheidungsspiel gegen den TV Sulzbach mit 5:2 Toren unterlag und sich mit dem 2. Tabellenplatz zufrieden geben musste.

1979 wurde schließlich die Meisterschaft in der A-Klasse erreicht, man scheiterte jedoch bei den Aufstiegsspielen am FC Furth i.W. und dann in einem Wiederholungsspiel am TSV Parsberg. Am 20. Dezember 1979 fand im Sportheim die Gründungsversammlung der Tennisabteilung statt. Als Spartenführung wurden gewählt: Norbert Erras als Spartenleiter, AIwin Gutwein als Kassier und Dr. Günther Baumer als Schriftführer. Nachdem die Standortfrage zunächst umstritten war, entschied man sich schließlich für das Gelände des aufgelassenen Teils des Sterkweihers und begann mit den Vorbereitungen zum Bau der zwei Tennisplätze. Zum Jahresende 1980 erklärte der 1. Vorsitzende Willi Hofmann überraschend seinen Rücktritt, nachdem er den Verein fast sieben Jahre mit großem Engagement geführt hatte. Nachfolger wurde in der Jahreshauptversammlung im Januar 1981 der bisherige 2. Vorsitzende, Georg Schwantner. Für das Amt des 2. Vorsitzenden stellte sich zunächst niemand zur Verfügung. In der Versammlung im März 1981 erklärte sich Ehrenmitglied Hans Riß bereit, diese Funktion zu übernehmen. Wie wertvoll der Entschluss dieses Sportkameraden für den Verein war, sollte sich durch die Entwicklung der folgenden Jahre zeigen.


1982 bis 1988

Im Sommer 1982 konnten die Tennisplätze ihrer Bestimmung übergeben werden, bei deren Bau Hans Riß wiederum verantwortlich tätig war. Im selben Jahr begann man nach der Planung von Hans Riß mit der Erweiterung des Sportheimes. Viele Mitglieder legten hier fleißig mit Hand an, so dass dieses vorhaben äußerst kostengünstig erstellt werden konnte. Die Erweiterung des Wirtschaftsraumes sollte sich sehr bald als unbedingt notwendig erweisen, ebenfalls die Schaffung von neuen Umkleideräumen und einer separaten Schiedsrichterkabine im Untergeschoß.

Sportlich begann für unsere Fußballer im Jahre 1982 eine Erfolgsserie, wie sie in der Vereinsgeschichte wohl lange Zeit nicht wiederkommen wird! Nachdem unsere Mannschaft im Kampf um den Meistertitel der Saison 1981/82 schon ziemlich abgeschlagen war, wurden die letzten fünf Spiele mit 10:0 Punkten und ohne Gegentor absolviert. Unvergessen bleibt dabei das alles entscheidende Spiel beim bis dahin führenden FC Edelsfeld, das sensationell mit 5:0 gewonnen wurde. Das bedeutete den Wiederaufstieg in die Bezirksliga, auf den man in Raigering 26 Jahre gewartet hatte. Mit Trainer Peter Bogner, der die Mannschaft zur Meisterschaft geführt hatte, setzte man auch in der Bezirksliga den Weg nach oben fort und wurde bereits lange vor Saisonende Meister der Bezirksliga Nord. Das Spiel um die Oberpfalzmeisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga gewann man gegen den Südmeister TB Regenstauf in Schwandorf mit 2:1 Toren. Auch in der Landesliga fanden sich die „Panduren“, nunmehr trainiert von Anton Hilft, in den ersten beiden Jahren überraschend gut zurecht und erreichten den zehnten bzw. den achten Tabellenplatz. Im dritten Jahr der LL-Zugehörigkeit konnte der Abstieg trotz größter Anstrengungen leider nicht verhindert werden. Nach dem Weggang vieler Spieler war klar, dass nun der „Höhenflug“ des SVR zu Ende war.

Der sportliche Erfolg und die Bildung der neuen Sparten machten sich auch in der Mitgliederbewegung positiv bemerkbar. Belief sich die Zahl der Mitglieder am Ende des Jahres 1978 noch auf 468, so konnten in der Bestandserhebung für das Jahr 1988 an den BLSV 683 Vereinsangehörige gemeldet werden.

In den Sparten wurden in den 80er Jahren mittlerweile auch schon einige Jubiläen gefeiert. 1981 feierte die Damengymnastikabteilung ihr 10-jähriges und 1986 das 15-jährige Bestehen. Die Eisstockabteilung wurde im gleichen Jahr ebenfalls bereits 10 Jahre alt, seit der Gründung ununterbrochen geführt.von Ehrenmitglied Willi Riß sen. Die Gründung einer Volleyballsparte im Jahr 1985 vervollständigt die Aufwärtsentwicklung im SVR. Die Fußballer konnten im ersten Jahr nach dem Abstieg den Erhalt der Bezirksliga nur mit Hilfe einiger Spieler aus der alten Garde schaffen, die eigentlich nur noch in der AH-Mannschaft kicken wollten! (Riß Willibald, Beck Herbert, Hiltl Anton).

Umso erfreulicher war hingegen die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Die B-Jugend schaffte den Aufstieg in die Kreisliga und die A-Jugend erreichte nach dem Aufstieg im Jahr 1986 in die Kreisklasse 1988 wiederum den Meistertitel und spielt damit 1989 ebenfalls in der Kreisliga. Nachdem Hans Meier 1984 zum 3. Vorsitzenden gewählt wurde, übernahm das Amt des Jugendleiters, welches Meier bereits seit 1970 innehatte, Erwin Graml. In der Zeit in der Hans Meier die Position des 2. Vorsitzenden bekleidete, widmet er sich nach wie vor der Betreuung der Jugendmannschaften – bis heute. Die Kleinsten im Verein warten ebenfalls alljährlich mit einigen Meisterschaften auf.

Das Auf und Ab gehört zum Wesen des Sports und nur wer auch Rückschläge hinnehmen kann, darf sich mit Recht als Sportler bezeichnen. Der SVR hat dieses Auf und Ab mitgemacht und ohne Schaden überstanden. Dass es auch in Zukunft so bleiben möge, das wünsche ich allen Sportlern und Verantwortlichen des SV Raigering.

Diese Chronik verfasste unser verstorbenes Ehrenmitglied und langjähriger Vorsitzender Georg Schwantner 1988 anlässlich des 60jährigen Vereinsjubiläums.


1989 bis 1999

Im Jubiläumsjahr 1988 konnten die im Januar angesetzten Neuwahlen erst im 3. Anlauf abgeschlossen werden, da der in der ersten Versammlung gewählte Vereinsbeirat geschlossen zurückgetreten und die zweite Versammlung nicht beschlussfähig war. Vorausgegangen war ein Vorwurf jüngerer Mitglieder wegen angeblicher Wahlbeeinflussung.

Ab Februar konnte 1. Vorstand Georg Schwantner, mit seinem Vertreter Hans Meier, 3. Vorstand Rudi Gilch, Hauptkassier Meintraud Gimpl und Schriftführer Hans Wiesmann die Vereinsarbeit fortsetzen. Nach 15-jähriger erfolgreicher Tätigkeit trat Martin Platzer als Spartenleiter zurück, sein Nachfolger wurde Klaus Hofmann. Trainer Anton Hiltl hörte nach 4 Jahren auf und übergab an Richard Lengfelder. Die 1. Mannschaft spielte nach dem Abstieg aus der Landesliga, dem bisherigen sportlichsten Höhepunkt, in der Bezirksliga und schaffte mit einem 3:2 Sieg im Entscheidungsspiel gegen Maxhütte-Haidhof in Schmidmühlen den Aufstieg in die neu geschaffene Bezirksoberliga. Mit einer Sportwoche, wo sich alle Abteilungen einbrachten und auch der gesellschaftliche Teil nicht zu kurz kam, wurde das 60-jährige Jubiläum unter der Schirmherrschaft von OB Prechtl gebührend gefeiert. Für den im Sommer 1987 verursachten Hochwasserschaden in Höhe von ca. 32 000 DM gab es bisher keine Zuschüsse von der Stadt Amberg oder dem BLSV. Für hervorragende Jugendarbeit erhielt der Verein den Sepp-Herberger-Preis.

Das Jahr 1989 brachte mit dem Aufstieg der A-Jugend in die Bezirksliga einen weiteren Aufschwung im Jugendfußball. Mit der Stadt Amberg wurde der Pachtvertrag für den Ausweichplatz/Sandplatz um 25 Jahre verlängert. Der BLSV hat zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 1987 nach 2-jährigen Kampf gegen den Bürokratismus einen Zuschuss von 9.800 DM genehmigt. Im August wurde das Ausschussmitglied Fritz Witetschek bei einem Verkehrsunfall getötet. Der Tod des überaus fleißigen Mitarbeiters hinterließ eine große Lücke.

Bei der Generalversammlung 1990 wurde Walter Hiltl zum 3. Vorstand gewählt, ansonsten blieb die bewährte Führungscrew zusammen. Für den Bau eines 3. Fußballplatzes, der aufgrund der vielen Mannschaften erforderlich ist, wird weiter nach einem geeigneten Grundstück gesucht. Es wurde am 22.03.90 ein Arbeitskreis –Sportplatzbau- und Franz Fuchs als deren Vorsitzenden gewählt. Im März ist Ehrenvorstand Josef Gleixner verstorben. Karl-Heinz Wagner wurde als neuer Trainer für die 1. Mannschaft verpflichtet und die „Alten Herren“, Senioren A, gewannen die Oberpfalzmeisterschaft. Bei der Bayerischen Meisterschaft wurden sie Vizemeister.

Auch im Jahre 1991 ging die Suche nach einem Grundstück für einen 3. Sportplatz weiter. Martin Sterk sagte zu den Plänen auf der „Hochmühle“ nein, weshalb man an Grundstücke im Anschluß an die Raigeringer Dorfstraße gedacht hat. Auch ein Gelände bei Krumbach, neben der AM 30, und ein Grundstück bei Greßmühle wurden als Sportgelände vorgeschlagen. Die C-Jugend schaffte überraschend den Aufstieg in die Bezirksliga. Im Oktober feierte die Damengymnastikabteilung ihr 20-jähriges Jubiläum mit Ehrungen und Darbietungen in der Schulturnhalle. Sylvia Pöllath löste Frau Kammermeier als Waschfrau ab.

Bei der Generalversammlung 1992 legte Stadtrat Georg Schwantner nach 11-jähriger Tätigkeit sein Amt als 1. Vorsitzender nieder, als sein Nachfolger wurde Rudi Pirzer gewählt. Auch Meintraud Gimpl gab nach 10-jähriger Tätigkeit die Aufgaben des Hauptkassiers an Alfred Hollweck weiter. Hans Meier trat als 2. Vorstand nicht mehr an und wurde von Walter Hiltl abgelöst. Klaus Hofmann übergab die Spartenleitung an Alfred Baumer. Im März sind die Ehrenmitglieder Sepp Träxler und Michl Wiesner verstorben. Die Eisstocksparte veranstaltete im Juli ein Turnier auf Asphalt und lud alle örtlichen Vereine zur Teilnahme ein. Dieses Gesellschaftsturnier zur Förderung des Zusammenhalts der Vereine untereinander wird noch heute als Wanderpokal-Turnier durchgeführt. Im DFB-Pokal-Halbfinale hat die 1. Mannschaft gegen SSV Jahn Regensburg knapp verloren. Dafür konnte die Meisterschaft in der Bezirksliga und der sofortige Wiederaufstieg in die BOL gefeiert werden. Für die plötzlich verstorbene, langjährige Wirtin Helga Niederwald konnte Robert Schoberth als neuer Sportheim-Pächter gewonnen werden. Ihr 10-jähriges Jubiläum feierte die Tennissparte. Wegen der vielen Jugendmannschaften ist der Trainingsplatz nicht mehr ausreichend, weshalb bei benachbarten Vereinen angefragt und die Suche nach einem 3. Sportplatz forciert werden soll. Geeignete Grundstücke auf Landkreisfläche sind der Stadt Amberg derzeit ein „Dorn im Auge“. Die Erfolge der Jugendmannschaften setzten sich fort. So stieg die B-Jugend von der Kreisliga in die Bezirksliga auf. Die jahrelang unermüdlich für den SVR tätigen Mitglieder Meintraut Gimpl, Georg Schwantner und Hans Meier wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Im Jahre 1993, im 65. Vereinsjahr, konnte auch die Trennung von Trainer Karl-Heinz Wagner den Abstieg der 1. Mannschaft aus der Bezirksoberliga nicht verhindern. Interimstrainer Anton Hiltl übergab das Zepter an Rudi Buberl. Dafür sorgte die B-Jugend mit dem Aufstieg in die Bayernliga für den bisher größten Erfolg bei den Jugendmannschaften. Meister SC Teublitz hatte auf den Aufstieg verzichtet und der SVR nahm diese einmalige Chance, in der höchsten Bayerischen Liga zu spielen, sofort wahr. Leider ist die Mannschaft bereits nach einem Jahr wieder in die Bezirksliga abgestiegen. Wegen ständig steigender Ausgaben wurde der Vereinsbeitrag auf 60.—DM jährlich für Erwachsene erhöht. Seit 10 Jahren ist Hans Schmer ununterbrochen als Masseur für die Fußballer tätig. Ehrenmitglied und Gönner Ludwig Baumer ist verstorben, Oswald Weigl wird zum Ehrenmitglied ernannt. Seit 30 Jahren sind die „Alten Herren“ im Spielbetrieb und veranstalten aus diesem Grund ein Hallenturnier. Führungswechsel bei der Eisstocksparte –Herbert Meier übernimmt vom Spartengründer Willi Riß, der seit 1971 ununterbrochen das Amt innehatte, die Leitung der Sparte.. Kurz vor Weihnachten wurden erneut die Keller- und Umkleideräume des Sportheimes durch eindringendes Hochwasser überschwemmt. Der geschätzte Schaden beträgt ca. 45 000 DM. Zuschußanträge sind an die Stadt Amberg, dem BLSV, Sparkassen u.a. gestellt worden.

Die Neuwahlen im Januar 1994 brachten Änderungen in der Vorstandschaft. So kamen Sieglinde Weigl als Hauptkassiererin und Joachim Kellner als 3. Vorstand neu dazu. Richard Lengfelder übernahm die Spartenleitung und Hans Meier löste Jugendleiter Erwin Graml ab, der nach 10-jähriger, erfolgreicher Arbeit nicht mehr kandidierte. Ende September stand die 1. Mannschaft abgeschlagen am Tabellenende der Bezirksliga Nord, weshalb Trainer Rudi Buberl vorzeitig entlassen und Richard Lengfelder als Interimstrainer eingesetzt worden ist. Fortgesetzt wurden die Bemühungen um ein neues Sportgelände. In die Vereinssatzung wurde eine Jugendordnung aufgenommen, um weiterhin Zuschüsse vom Verband erhalten zu können. Erwin Graml ist für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt worden.

Im Jahre 1995 wurde bei einer Ortsbesichtigung den Verantwortlichen der Stadt Amberg gezeigt, wie wichtig ein weiterer Sportplatz bzw. ein Sportgelände für den SV Raigering ist. OB Dandorfer sicherte weitere Unterstützung zu, der SVR hofft weiter. Die 1. Mannschaft konnte die Bezirksliga erhalten und wird ab Juli von Hans Wartha trainiert. Für Ex-Bayernliga-Spieler ist der SVR scheinbar kein gutes Pflaster für den Beginn einer Trainerlaufbahn. Nachdem Rudi Buberl im Vorjahr vorzeitig entlassen worden ist, passierte dies auch Hans Wartha. Er ist bereits im Dezember wegen Erfolgslosigkeit von Alfons Binner abgelöst worden. Der schuldenfreie Verein erlebt weiterhin regen Zulauf bei den Jugendmannschaften und bei der Damengymnastik, vor allem bei Mutter- und Kindturnen gab es 50 Neuaufnahmen und bei der Fußballjugend werden ca. 140 Jugendliche von der F- bis zur A-Jugend trainiert und betreut. 1996 startete man mit unveränderter Vereinsführung. Leider konnte erstmals das Amt des Gesamtlugendleiters erst im März besetzt werden. Thomas Graml, der schon jahrelang als Pressewart und Mitherausgeber der „Panduren-Zeitung“ tätig ist, übernahm das Amt von Hans Meier, der seinen Stellvertreter machte. Die 1. Mannschaft konnte die Bezirksliga Nord nicht mehr erhalten und stieg in die A-Klasse ab. Zu allem Übel stiegen zunächst unbekannte Täter im Juni gewaltsam ins Sportheim ein. Sie brachen zwei Automaten auf, plünderten die Lottokasse mit 950 DM Inhalt und verschwanden mit Zigaretten der Marke „HB“ und 150 DM Wechselgeld. Der Sachschaden wurde auf 3500 DM geschätzt. Der Einbruch konnte im September aufgeklärt werden, der Schaden wurde von den Verursachern beglichen. Die Eisstocksparte feierte mit einem Turnier ihr 20-jähriges Bestehen und die Damengymnastikabteilung ihr 25-jähriges Bestehen. Hier geht es aufgrund vieler sportlicher Angebote mit dem Mitgliederzuwachs, z. Zeit 170 Mitglieder, weiter bergauf. Damit schaffte der Verein die 800 Mitglieder-Hürde. Vom 29. auf 30. Juli verursachte ein erneutes Hochwasser größere Schaden bei den Sportplätzen.

Deshalb suchte der SVR auch 1997 händeringend nach einem Gelände für Sportplätze. Die zunächst hoffnungsvollen Aussichten für ein Grundstück bei Greßmühle sind wegen überhöhter Forderungen des Grundstücksbesitzers geplatzt. Vorstand R. Pirzer ließ sich nicht entmutigen und suchte mit dem Vereinsbeirat auf dem Büchsenham nach einem Grundstück. Da es auch hier Absagen gab, beginnt die Suche wieder bei Null. Wegen der nicht ausreichenden und zu kleinen Umkleidekabinen im Sportheim-Untergeschoß gibt es große Probleme beim Trainings- und Spielbetrieb. Auch wegen der steigenden Ausgaben und Ansprüche der vielen Mannschaften sind die Betreuer und Vereinsverantwortlichen ständig auf der Suche nach Sponsoren und Sachspendern. Rudi Pongratz wird Trainer-Nachfolger von Alfons Binner, der zum Saisonende aus beruflichen Gründen aufhört. Binner führte die Mannschaft als Meister in die Bezirksliga Nord zurück. Seine Elf gewann im Entscheidungsspiel nach Elfmeterschießen gegen DJK Seugast mit 3:1. Dabei parierte der 38-jährige Torwart und Sportheimwirt Robert Schoberth drei Elfmeter. Der Patenverein ASV Haselmühl lud zum 50-jährigen Jubiläum ein. Ende November verstarb die langjährige Hauptkassiererin und Ehrenmitglied Meintraud Gimpl. Die Eisstocksparte berichtete erstmals von einem 2-fachen Aufstieg und die Tennis-Jungsenioren stiegen in die Bezirksliga auf.

Zu Jahresbeginn 1998 gab es bei der Generalversammlung keine großen personellen Veränderungen. Erstmals beschloß man die Einführung eines Familienbeitrages. Bei der 1. Mannschaft erfolgte ein erneuter Trainerwechsel. Gerd Donhauser löst R. Pongratz zum Saisonende ab. Der ehemalige Jugendspieler Markus Brunner wird zum Priester geweiht. Die Fußball-Spartenleitung wird in Zukunft zu Beginn der jeweiligen Saison, Mai/Juni, und nicht mehr bei der Generalversammlung gewählt. Thomas Graml übernahm das Amt von Richard Lengfelder und es wurde mit Manuela Drexler eine Masseurin für die Fußballer vorgestellt. Walter Hiltl übernahm das Amt als Gesamtjugendleiter. Zur Unterstützung beim

Arbeitsdienst wurden vom Ausländeramt der Stadt Amberg Asylbewerber zugeteilt. Zuerst ein Bosnier, dann ein Iraner und dann ein Farbiger aus Zaire. Alle 3 Personen sind nach kurzer Zeit untergetaucht. Danach wurde für 1 Jahr eine ABM-Kraft eingestellt. Die Kosten übernahm das Arbeitsamt. Nach längerer Diskussion kamen die Verantwortlichen zur Ansicht, das anstehende 70-jährige Jubiläum nicht zu feiern. Es wurde beschlossen, das Sportheim an das Erdgasnetz der Stadt Amberg an zu schließen. Die Heizung wird dann 1999 von Heizöl auf Erdgas umgestellt. Seine soziale Seite zeigt der Verein u.a. dadurch, dass er behinderte Menschen von der Lebenshilfe Amberg kostenlos zu den Heimspielen einlädt. Adolf Binner konnte zu seinem 25-jährigen Jubiläum als Schiedsrichter geehrt werden. Im Herbst verstarb der langjährige Vorsitzende und Ehrenmitglied Willi Hofmann. Die alljährlich wiederkehrenden Veranstaltungen, wie Weihnachtsfeier mit Haussammlung und das Sommerfest sind auch aus finanziellen Gründen nicht mehr aus dem Vereinsleben weg zu denken, ebenso Preisschafköpfe, Saisonabschlußfahrten und –feiern des Hauptvereins bzw. der Sparten zur Förderung der Kameradschaft.

Bei der Jahresversammlung 1999 betrug der Mitgliederstand erstmals über 900 Erfreulicherweise sind davon ein Viertel Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Dies ist ein Verdienst der guten Arbeit von qualifizierten Trainern und Betreuern. Der Mitgliederaufschwung bringt jedoch totale Engpässe bei den Turnstunden, teilweise 60 Damen auf engstem Raum in der Turnhalle und auch bei den Fußballern. Aufgrund des Platzmangels müssen sogar Fußball-Heimspiele auswärts ausgetragen werden. So gesehen ist unbedingt ein 3. Sportplatz zur Aufrechterhaltung eines geordneten Trainings- und Spielbetriebes erforderlich. Nach langer Krankheit ist Georg Schwantner, der 11 Jahre als 1. Vorstand den Verein geführt hat, verstorben. Im September stellte Trainer Donhauser sein Amt zur Verfügung, seinen Part übernahm Co-Trainer Peter Bogner. Die „Alten Herren, die B- und C-Senioren, holten sich jeweils die Oberpfalzmeisterschaft und werden für die Sportlerehrung der Stadt Amberg gemeldet.


2000 bis heute

Die mit Spannung erwartete Generalversammlung 2000 brachte mit Richard Lengfelder einen neuen 1. Vorsitzenden, der Rudi Pirzer nach acht aufreibenden Jahren, hinsichtlich der Sportplatzsuche, ablöste. Klaus Hofmann sprang als 3. Vorstand für Erwin Graml ein. Die Sportplatzsuche bleibt ein Dauerbrenner bei den Sitzungen und mitgliedermäßig wird die Tausendergrenze angesteuert, derzeit gehören 957 Mitglieder zu den „Panduren“. Zu seinem 50. Geburtstag wird Rudi Pirzer zum Ehrenmitglied ernannt. Leider hat der Verein zuwenig Fußball-Schiedsrichter, so dass an den Fußballverband 525 DM Strafe bezahlt werden mussten. Bei der Eisstockabteilung übernahm Martin Platzer die Kasse von Franz Niederwald und stellte bei der Prüfung einen Fehlbetrag von 5604 DM fest. Franz Niederwald verstarb kurze Zeit darauf, so dass wegen der Unterschlagung nichts mehr unternommen werden konnte. Der Vereinsbeitrag muß in zwei Schritten auf 84 DM jährlich erhöht werden, wenn wann für den geplanten Sportplatzbau Zuschüsse erhalten will. Mittlermeile darf der Aschacher Bolzplatz von den SVR-Mannschaften benutzt werden. Die Stadt Amberg will wegen des Sportplatzbaues selbst mit den Grundstückseigentümern hinter dem Kleinraigeringer Schützenheim verhandeln, was sie später in der Bürgerversammlung bestritt. Zudem will eine Interessengemeinschaft/Bewohner der Raig. Dorfstraße. mit allen Mitteln das geplante Sportgelände verhindern. Der Beirat beschloß, dass in Zukunft bei Veranstaltungen keine Fahnenabordnung gestellt wird. Bei einem Todesfall eines Vereinsmitgliedes wird die Fahne in der Pfarrkirche aufgestellt. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga steht die 1. Mannschaft auch in der Kreisliga wieder am Tabellenende. Trainer Peter Bogner trat zurück, für ihn übernahm am 1. Nov. Markus Nemeth als Spielertrainer die Mannschaft. Für die bauliche Umgestaltung der Umkleidekabinen und der Investitionen bei den Sportplätzen wurde viel Geld ausgegeben, der Verein ist aber nach wie vor schuldenfrei.

Zu Beginn des Jahres 2001 herrschte zunächst großer Unmut über die Gegner des geplanten Sportzentrums. Als dann die Stadt Amberg die Gesamtkosten mit ca. 3,7 Millionen DM bezifferte und dass davon ca. 2 Millionen am SVR „hängen bleiben“ werden, war es ruhig und die Verantwortlichen um eine weitere Enttäuschung reicher. Einstimmig wurde das Thema Sportzentrum im Beirat gestrichen, da es nicht finanzierbar ist. Nachwuchsmängel sind die Ursachen für erforderliche Spielgemeinschaften, z.B. bei der B-Jugend mit SV Freudenberg und bei der C-Jugend mit dem SSV Paulsdorf. Die 1. Mannschaft war schon abgeschlagen am Tabellenende und schaffte mit einer sensationellen Aufholjagd noch den Klassenerhalt in der Kreisliga. Für das anstehende 75-jährige Jubiläum im Juli 2003 ist zunächst an keine Festschrift und an keinen Festzug gedacht. Auf dem Sterk-Platz soll ein großes Festzelt aufgestellt werden. Die Gymnastikabteilung feiert ihr 30-jähriges Bestehen und ehrt die Damen der „ersten Stunde“. Ab November stellte der SVR eine eigene Homepage ins Internet.

Ab 2002 wurde der EURO eingeführt und deshalb wurden auch die Vereinsbeiträge umgestellt. Bei der Generalversammlung kandidierten die gesamte Vorstandschaft, mit Ausnahme des Schriftführers Hans Wiesmann, und einige Beiratsmitglieder nicht mehr. Da sich niemand für die Posten zur Verfügung stellte, war eine außerordentliche Mitgliederversammlung erforderlich. Hier gab es am 31. Januar wieder keine Kandidaten, so dass schließlich, aus „Liebe zum Verein“, Richard Lengfelder nochmals für 2 Jahre den Vorsitz übernahm. Die weiteren Vorstände Martin Platzer und Klaus Hofmann konnte er zum „Weitermachen“ überreden, Markus Gilch übernahm die Kassengeschäfte von Sieglinde Weigl. Das 75-jährige Jubiläum wird vom 11. – 13 Juli im Festzelt auf dem Sterk-Platz gebührend gefeiert. Die Eisstock-Schützen feierten ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Jahr Verspätung. Ein Jahrhundert-Regen verursachte am 27. August in Raigering ein gewaltiges Hochwasser. Der Brüllbach verwandelte sich in einen Sturzbach. Alle angrenzenden Häuser und vor allem die Sportplätze, das Sportheim und die Tennisplätze wurden schwer beschädigt. Der Gesamtschaden für den Verein wurde auf ca. 100 000 EURO geschätzt. Ein Trainings- und Spielbetrieb und die Nutzung des Sportheimes war nicht mehr möglich. Alle Spiele bis zum 1. November mussten auswärts ausgetragen werden. Die Tennisabteilung feierte noch vor dem Hochwasser ihr 20-jähriges Jubiläum. Danach waren die beiden Plätze kaputt, der Schaden betrug runde 27 000 €. Eine Welle der Hilfsbereitschaft setzte ein. Mitglieder und Freunde beseitigten unermüdlich Schlamm und Geröll und übergaben Geldspenden. Die Amberger Zeitung startete eine Spendenaktion, die über 15 000 € einbrachte Benachbarte Vereine übergaben Geldspenden und boten ihre Plätze für Tennis und Fußball an. Die größte Spende mit 20 000 € kam vom Deutschen Fußballbund. Die Stadt Amberg legte bald danach einen Plan zur Ursachenbeseitigung vor. Demnach sind eine Bachfreilegung und die Bebauung der Sportplätze vorgesehen und der SV Raigering müsste „aussiedeln“. 2002 war das schlimmste Jahr in der 75-jährigen Vereinsgeschichte. Viele Arbeitsdienste zur Beseitigung der Hochwasserschäden prägten das Vereinsjahr.

Das Vereinsjahr 2003 brachte weiter Baumaßnahmen im Umkleidebereich und es waren auch die Vorbereitungen für das 75-jährige Jubiläum zu tätigen. Das Ehepaar Traudl und Heinz Sandner übernahmen am 01. Juli die Bewirtung des Sportheimes von Robert Schoberth.

Hochstimmung herrschte beim 75-jährigen Jubiläum im 1200-Mann-Festzelt. Verdiente Ernennung von Klaus Hofmann zum Ehrenmitglied und Ehrung des starken Spielers Armin Gottlieb, der trotz verlockender Angebote seit der F-Jugend dem SVR Treue hält. Vertreter des BFV überreichten das Gütesiegel, die Silberne Raute des Verbandes, für gute Vereinsarbeit. Höhepunkt des Festes war der humoristische Auftritt des SVR-Vorsitzenden Richard Lengfelder. Als Bauchredner Richie L. brachte er mit Erzählungen und Sprüchen von Raigeringer Begebenheiten u.a. das Publikum in Hochstimmung. Mit dabei war am Festabend auch das einzige noch lebende Gründungsmitglied, der jetzt 88-jährige Hans Kölbl. Finanziell schlitterte der Verein bei der Festabrechnung knapp an einem Minus vorbei. Die Jugendabteilung gewann beim Oktoberfest des Sponsors Autohaus Peter einen Wettbewerb und durfte dafür ein Jahr kostenlos über einen Mannschaftsbus verfügen.

Die plötzlichen Todesfälle des langjährigen Jugendleiters Walter Hiltl und des Ausschussmitgliedes Norbert Rösl gingen allen Mitgliedern und Freunden sehr nahe. Nicht zu verstehen und mit den genannten Gründen nicht nachvollziehbar, war der Vereinsaustritt von Hans Riß und dessen Rückgabe der Ehrenmitgliedschaft. Die Bemühungen um ein neues Sportgelände gehen weiter. Die Stadt Amberg führt Grundstücksverhandlungen für ein Gelände hinter dem Kleinraigeringer Schützenheim durch. Eventuell könnte im Rahmen der Hochwasserfreilegung das Projekt angegangen werden. Aufgrund der eingegangenen Geldspenden anlässlich des Hochwassers konnte am Jahresende das höchste Vereinsvermögen bekannt gegeben werden.

Im Jahr 2004 kehrte Rudi Pirzer nach einer schöpferischen Pause als 1. Vorsitzender zurück, sein neuer „Vize“ wurde der bisherige Spartenleiter Thomas Graml. Ab 1. Juli übernahmen Reinhard Witetschek und Klaus Strobl die Spartenleitung. Ein Benefizspiel gegen Jahn Regensburg zugunsten des im Vorjahr plötzlich verstorbenen Walter Hiltl brachte einen Erlös von 950€.
Bei der Weihnachtsfeier wurde Richard Lengfelder jun. aufgrund seiner vielfältigen Aktivitäten für den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Es wurde mit den Vorplanungen und Grundstücksverhandlungen für ein neues Sportzentrum bei der Greßmühle begonnen. Der Mitgliederzuwachs bei der Gymnastikabteilung, beim Kinderturnen und der Fußballjugend hielt weiter an. Nach jahrelangen Erfolgen und Meisterschaften gibt es zurzeit leider keine AH-Mannschaft mehr.

Auch im Jahr 2005 wurden die Bemühungen um ein Sportzentrum intensiv fortgesetzt. Die benötigten Grundstücke wurden von der Stadt Amberg gekauft und der Stadtrat hat den Planungen ohne Einwände zugestimmt. Bauherr ist die Stadt und sie übergibt die Arbeiten der Gewerbebau Amberg. Für die bestehenden SVR-Anlagen wird eine Wertermittlung durchgeführt. Der Verein erhofft sich eine Ablöse in Höhe von ca. 370 000 €. Die 1. Mannschaft schaffte unter Trainer Gerhard Greß den Aufstieg in die Bezirksliga , die 2. Mannschaft stieg in die A-Klasse auf. Ehrenmitglied Willi Riß ist im Juli verstorben. Bei den Jahresversammlungen wurde Birgit Fruth zur neuen Abteilungsleiterin bei Gymnastik und Reinhold Hahn bei Eisstock gewählt. Alle Sparten leisten gute Arbeit und tragen maßgeblich zum derzeitigen, positiven Image des Vereins bei.

Bei der Generalversammlung 2006 wurde einstimmig die Verlagerung des Sportgeländes beschlossen. Die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt Amberg haben dies möglich gemacht. Der Verein muß das Sportheim, die Tennis- und Eisstockplätze und die Außenanlagen mit Einzäunung in Eigenleistung errichten. Die Genehmigung des Planfeststellungsverfahrens liegt seit 13. Juni vor. Die Planungen für das Sportheim wurden Christian Erlbacher übertragen. Auch die erfolgreiche Vereinsführung wurde von den Mitgliedern für zwei weitere Amtsjahre gewählt. Die Schützengesellschaft „Hubertus“ Raigering fragte schriftlich an, ob eventuell ein Luftgewehr-Schießstand mit eingeplant werden könnte. Mit Bernhard Solter für die 1. Mannschaft und Armin Gottlieb für die „Zweite“ wurden neue Trainer für die kommende Saison engagiert. Beschlossen wurde, dass bei Beerdigungen von Mitgliedern Blumenschalen statt Kränze niedergelegt werden. Marianne Donhauser ist seit 30 Jahren ununterbrochen als Kassiererin der Gymnastikabteilung tätig. Sie wird bei der Sportler-/Funktionärsehrung der Stadt Amberg eine Auszeichnung erhalten. Das arbeitsreiche Vereinsjahr konnte sportlich und finanziell positiv abgeschlossen werden.

Mit einer überraschenden und kostspieligen Trainerablösung startete das Vereinsjahr 2007. Hermann Vogl löste im Februar den bei den Spielern unbeliebten Herrn Solter ab. Die Planungen für das Sportzentrum laufen auf vollen Touren. Dem Antrag der „Hubertus“-Schützen, einen Luftgewehr-Schießstand mit einzuplanen, wurde zugestimmt. Voraussetzung ist, dass die Kosten im vertretbaren Rahmen sind. Neuerdings wurde auch an einen Kunstrasen-Trainingsplatz gedacht. Der Spatenstich für das Sportzentrum soll zum 80-jährigen Jubiläum im August 2008 erfolgen. Die 1. Mannschaft wurde Vizemeister in der Bezirksliga Nord und schaffte im Relegationsspiel gegen Bad Abbach vor 1250 Zuschauern in Burglengenfeld mit einem glücklichen 1: 0 Sieg den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Zur Winterpause stand die unglücklich spielende Elf wieder auf einem Abstiegsplatz und es trat deshalb Trainer Hermann Vogl anfangs 2008 von seinem Amt zurück. Der neu verpflichtete Trainer Schmalzl konnte den Abstieg in die Bezirksliga Nord nicht verhindern. Die 1. Mannschaft spielt wieder in der Bezirksliga Nord.

Der Stadtrat der Stadt Amberg genehmigte den Bau eines Kunstrasenfeldes, gab dem Areal den Namen „Am Pandurenpark“ und die Gewerbebau Amberg ließ die Erschließungsmaßnahmen in Höhe von 550 000 € durchführen. Der Verein reichte die Planungsunterlagen und die Zuschußanträge beim BLSV ein und hofft auf baldige Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn.

Am Wochenende 8./9. August feierte der Verein sein 80-jähriges Jubiläum. Zur Einstimmung gab es das Spiel der Raigeringer Legenden, Landesligamannschaft von 1983 gegen eine Auswahl aus BOL-Zeiten. Am Festabend servierte die Damengymnastikabteilung unter der Leitung von Emilie Pirzer ein italienisches Buffet. Der fünfjährige Jona Schober aus Aschach wurde als 1000. Mitglied aufgenommen.
Die verdienten, langjährigen Funktionäre Marianne Donhauser, Werner Seidl und Hans Wiesmann sind zu Ehrenmitgliedern ernannt worden. Für großzügige Geld- und Sachspenden an den Verein erhielten Martin Sterk, Alfred Schuch, Alois Gummermann und Vorstandsvorsitzender Dieter Maier, für die Sparkasse Amberg Sulzbach, die Förderer-Ehrenpreise. Im kleinen Festzelt am Sportplatz wurde das Jubiläum gebührend gefeiert.

Die Chronik für die Jahre 1987 bis 2008 verfasste Erwin Graml.